Kaizen

1986 veröffentlichte Herr Masaaki Imai das Buch mit dem Titel: „Kaizen, the Key to Japan’s Competitive Succes.“  Masaaki deckt in diesem Buch den Unterschied zwischen Änderungsmanagement in der westlichen Welt und Japan auf. Und was macht diesen Unterschied aus? Kaizen.

FUNDAMENTALER UNTERSCHIED ZU TRADITIONELLEM WESTLICHEn MANAGEMENT

Der fundamentale Unterschied besteht aus dem Änderungsmanagement und der Art und Weise, wie mit Veränderungen umgegangen wird. Dieser Unterschied kann besser umschrieben werden als Management schrittweiser Veränderung (Change Management / Kaizen) gegenüber Management von abrupter Veränderung (Management of Change). Die Unternehmenskultur japanischer Unternehmen besteht darin, kontinuierlich schrittweise Änderungen zu initiieren. Üblicherweise besteht die Aufgabe westlicher Manager darin, um abrupte Änderungen beherrscht durchzuführen. In beiden Fällen wird über Change Management gesprochen, doch hat dieser Begriff in Japan eine andere Bedeutung.

WAS IST KAIZEN?

Kaizen bedeutet “kontinuierliche Verbesserung” und ist ein organisierter Einsatz des gesunden Menschenverstandes, um Kosten zu sparen, Qualität zu verbessern, Lieferzeiten zu verkürzen und Kundenzufriedenheit zu steigern. Kaizen verkörpert eher eine Organisations-kultur und ist nicht so sehr ein Stufenplan oder Modell. Kaizen Ereignisse und Gemba Kaizen sind dann auch Mittel zur Förderung dieser Kultur. Selbstverständlich leistet Prozess-verbesserung mit Lean Six Sigma einen Beitrag zu einer Kaizen Kultur.

3- bis 5-tägiges ereignis

Ein Kaizen Ereignis ist ein 3 bis 5 Tage lang dauerndes Projekt, das mit dem Problem beginnt und bis zur Implementierung der Lösung(en) fortläuft. Der japanische Ausdruck für ein Kaizen Ereignis ist ‘Kaikaku’ (radical change). General Electric nennt ein Kaizen Ereignis einen „Workout“ oder „Blitz“.

Attribute eines Kaizen Ereignisses:

  • Projekt mit einer Laufzeit von 3 bis 5 Tagen
  • 100% engagierte Ressourcen
  • Bis hin zur Implementierung
  • Projekt mit einem begrenzten Umfang
  • Problem ist dringend
  • Lösung ist noch nicht bekannt

Ein Kaizen Ereignis ist die Antwort von Lean auf ein 3 bis 5 Monate dauerndes Projekt. In so einem Projekt kommen viele Verschwendungen vor wie z.B. Überproduktion, Wartezeiten und Fehler.

GEMBA KAIZEN

Gemba Kaizen bedeutet “kontinuierliche Verbesserung des Arbeitsplatzes“. Produkte oder Dienste von Kunden liegen in „den Händen“ der Mitarbeiter. Aus diesem Grund ist es wichtig,  die Umsetzung und Durchführung am Arbeitsplatz zu verbessern und Engpässe an dieser Stelle zu ermitteln. Dieser Managementstil wird “Kaizen Management” genannt.  Probleme am Arbeitsplatz sind keine Managementprobleme, und die Problemlösung sollte dann auch nicht vom Management kommen. Die ausführenden Mitarbeiter können diese operativen (ausführungsbezogenen) Probleme besser selber lösen. Sie verbringen ganze Tage am Arbeitsplatz und kennen die Arbeitsabläufe am besten. In der westlichen Welt wird ein Kaizen Management als Operational Excellence bezeichnet. So geht es auch bei der Denkweise um die kontinuierliche Verbesserung des operativen Tagesgeschäfts. Ausführende Mitarbeiter und Führungskräfte haben jeder für sich ihre eigene Rolle und Eigenverant-wortung.

DER KAIZEN MANAGER

Der Kaizen Manager verbringt viel Zeit am „Gemba“ (Arbeitsplatz) und observiert, was dort so alles passiert. Auch die Mitarbeiter machen Ihre Wahrnehmungen. Diese Wahrnehmungen und Observationen werden dann miteinander besprochen. Der Kaizen Manager ist für den Start der 5S-Arbeitsgestaltung sowie Standardarbeitsanweisungen (SOPs – Standard Operating Procedures) verantwortlich. Er oder sie räumt dem Mitarbeiter viel Zeit ein, um  Arbeitsplatzverbesserungen durchzuführen.  Der Kaizen Manager nimmt in diesem Prozess eine coachende Rolle ein. Sollte bei den täglichen Aufgaben etwas schiefgehen, dann trifft der Kaizen Manager eine Notmaßnahme und bespricht anschließend das Problem mit dem ausführenden Mitarbeiter, der die Leitung hat. Der Kaizen Manager übermittelt dem Mitarbeiter das Unternehmensleitbild, schafft einen sicheren Arbeitsplatz und sorgt dafür, dass Hindernisse, die Mitarbeiter bei der Verbesserung ihres „Gemba“ erfahren, beseitigt werden.  Mitarbeiter, die gelernt haben, sich selbst und den „Gemba“ kontinuierlich zu verbessern, sind für ein Unternehmen sehr wertvoll. Sie können mit ihrer Kenntnis und Erfahrung an anderen Arbeitsorten eingesetzt werden.

VERHÄLTNIS ZU LEAN SIX SIGMA

Sowohl Kaizen als auch Lean Six Sigma sind Methoden, um die Kundenzufriedenheit zu steigern, dauerhafte Verbesserung des Betriebsergebnisses zu realisieren und auf strukturierte Art und Weise eine kontinuierliche Verbesserung zu erzielen. Bei beiden Methoden geht uns um die Reduzierung von Verschwendung und Variation.

Kaizen geht noch etwas tiefer auf die Bewusstseinsbildung des Managements und der Mitarbeiter ein. Lean Six Sigma hingegen legt den Fokus mehr auf die Geschäftsergebnisse des Unternehmens. Kaizen funktioniert am besten, wenn das Unternehmen als Ganzes beteiligt ist und mitarbeitet. Lean Six Sigma Projekte können von einem festgelegten Teil des Unternehmens durchgeführt werden.